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Immerhin wird in Deutschland gut ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs für die Beheizung von Gebäuden genutzt. Das ist nach wie vor der größte Einzelposten auf der Verbrauchsseite der deutschen Energiebilanz. Energiesparmaßnahmen durch effiziente Bauweisen, insbesondere beim Niedrigenergie-Wohnungsbau, und dazu sparsame Heizsysteme können ihn deutlich verringern.
Energiesparen beginnt bei der Hausform
Schon die Gestalt eines Gebäudes und seine Lage
auf dem Bauplatz beeinflussen den künftigen Energieverbrauch. Ein
schnörkelloser Baukörper beispielsweise, also möglichst ohne Erker oder
Vorsprünge, über die viel Energie entweichen kann, erfüllt bereits eine
der Vorgaben zur Energieeinsparung. Wird das Haus außerdem in
Ost-West-Richtung platziert, kann es die einstrahlende Sonnenwärme am
besten nutzen. Außerdem ist laut neuem Wärmegesetz, das die
Energiesparverordnung abgelöst hat, zumindest ein Teil des
Wärmeenergiebedarfs eines neuen Wohngebäudes durch erneuerbare Energien
zu decken. Das können Sonnenkollektoren, Sonnenstrommodule,
Wärmepumpen, Pelletheizungen sowie die Fern- oder Nahwärme aus
Heizkraftwerken sein.
Heizanlage reagiert auf Temperaturdaten von innen und außen
Im Unterschied zu Altheizungen
kann sich die Heizanlage eines Niedrigenergiehauses schnell einem
veränderten Wärmebedarf anpassen. Er kann beispielsweise durch
einsetzende Sonnenstrahlung oder durch mehr Personen im Raum stark
sinken. Die Heizanlage muss dann in der Lage sein, die Wärmeabgabe
rasch zu drosseln. Dies setzt gut eingestellte Thermostatventile und
eine schnell regelbare Heizleistung in jedem Raum voraus. Ungeeignet
sind Heizungen ohne thermostatische Regelung an den Heizkörpern. Eine
moderne Heizanlage liefert außerdem über eine witterungsgeführte
Regelung Temperaturdaten im Außenbereich an den zentralen Rechner. Dort
werden alle Informationen zusammengeführt und ausgewertet, so dass die
Heizung vollständig außer Betrieb geht, wenn kein Wärmebedarf mehr
besteht.
Heizsysteme und ihre Umweltbilanz
Die Versorgung des Wohnhauses
mit Fern- oder Nahwärme oder durch Blockheizkraftwerke schneidet im
Systemvergleich besonders gut ab. Der Bauherr sollte ohnehin die
verschiedenen Heiztechniken bewerten. Er wird dabei feststellen, dass
sich beim Niedrigenergiehaus konventionelle Heizzentralen erübrigen
können, weil ein Kessel bei einem Wärmebedarf von drei Kilowatt pro
Quadratmeter Wohnfläche kaum mehr erforderlich ist. Bei einem höheren
Bedarf ist heute bei Gas- und Ölheizungen der Brennwertkessel Stand der
Technik.
Eine elektrische Wärmeerzeugung ist schon wegen der hohen Heizkosten weniger
empfehlenswert, aber auch die Umweltbilanz spricht gegen solche Heizungen.
Eine ökologisch günstige Variante der
Gebäudeheizung birgt das Erdreich mit seiner ganzjährig
gleichbleibenden Temperatur. Die Wärmequelle wird mit einer
Tiefenbohrung von 60 bis 100 Metern erschlossen und mit einer Sonde
nutzbar gemacht, in der eine Wärmeträgerflüssigkeit zirkuliert. Diese
fließt zu einer Wärmepumpe, die die im Erdreich gespeicherte Wärme in
Heizwärme umwandelt und dabei weder Treibhausgase noch Schadstoffe
ausstößt. Um die Pumpen und Kompressoren anzutreiben, wird zwar
elektrische Energie benötigt. Doch die Energiemenge des verbrauchten
Stroms entspricht dabei weniger als einem Drittel der produzierten
Heizenergie. Die Wärmeübertragung erfolgt in einem geschlossenen
Kreislauf, so dass die flüssige Substanz nicht unmittelbar mit dem
Grundwasser und der Erde in Kontakt kommt.
Eine staatliche Förderung in Millionenhöhe für erneuerbare Energietechniken soll dazu ermutigen, den Weg des geringsten Energieverbrauchs einzuschlagen.
Weitere Schritte in Richtung Energieeffizienz bringt das Passivhaus-Konzept. Ein entsprechendes Wohngebäude benötigt rund 75 Prozent weniger Energie als ein konventioneller Neubau. Der Heizwärmebedarf liegt gerade mal bei 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr (kWh/m²a) und hat sich damit im Vergleich zum Niedrigenergiehaus halbiert. Der Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser sowie für Strom in Haushalt und Haustechnik macht 120 kWh/m²a aus.
Noch mehr Energieeffizienz bringt dann die nächste Stufe, das Wärmegewinnhaus. Ein in Komfort und Behaglichkeit mit dem gewohnten Hausstandard vergleichbares Haus, das aber völlig unabhängig von fremder Energie ist und zudem noch welche abgeben kann. Hier wird dann nur noch auf regenerative Energien gesetzt.
Die Zukunft der „Alternativen“
Erneuerbare Energien wie Wind,
Wasser, Biomasse und Solarenergie schöpfen ihre Wärmeleistung aus
natürlichen Quellen. Auch wenn sie derzeit die fossilen Energien erst
zum geringeren Teil ersetzt haben, sind sie positiv zu beurteilen. Denn
die Energieressourcen aus endlichen Energien werden immer knapper, was
für einen künftigen Hausbesitzer bei der Gesamtbewertung sicher Gewicht
haben dürfte. Außerdem schädigen fossile Energien durch ihre
Verbrennungsrückstände – Kohlendioxid – die Umwelt und tragen erheblich
zum Klimawandel bei.
Tipps von Wüstenrot zum energieeffizienten Haus
Um zu einem energieeffizienten Haus zu gelangen, sind neben einer hocheffizienten Heizanlage folgende flankierende bauliche Schritte erforderlich:
- Zwölf Zentimeter dicke Wärmedämmung der Außenwand.
- 20 Zentimeter dicke Wärmedämmung des Steildachs, etwa zwischen und unter den Sparren, und bei Flachdächern.
- Sechs Zentimeter dicke Dämmplatten unter der Kellerdecke.
- Wärmedämmglas, das einen Wert des Wärmedurchgangskoeffizienten U von 1,1 W/(m2K) nicht unterschreitet.
- Die Rohrleitungsdämmung sollte möglichst noch besser sein als nach dem Wärmegesetz vorgeschrieben.
- Richtiges Lüften erhält die
Substanz des Hauses und die Gesundheit der Bewohner. Dabei sind
Lüftungsanlagen besonders effektiv, weil sie den Luftaustausch
automatisch vornehmen.
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