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Damit bleibt das Insolvenzniveau trotz des leichten Rückgangs in diesem Jahr hoch. Das Ausmaß der Entwicklung zeigt die Insolvenzquote, die sich stetig nach oben bewegt. Nach der Euler Hermes Prognose kommen in diesem Jahr 132 Verfahren auf 10.000 Unternehmen. Für 2006 rechnet Euler Hermes sogar mit 137. Die Insolvenzquote erreicht also fast 1,4 Prozent. Anfang der siebziger Jahre lag sie noch bei 0,2 Prozent. „Der langfristige Trend einer steigenden relativen Insolvenzhäufigkeit ist damit ungebrochen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, sind die Unternehmen auch weiterhin gefordert, das Thema Forderungsmanagement sehr ernst zu nehmen,“ so Dr. Gerd-Uwe Baden, Vorstandsvorsitzender der Euler Hermes Kreditversicherungs- AG in Hamburg.
Branchen: Verarbeitendes Gewerbe im Aufwind
Mit Ausnahme der Dienstleistungen (plus 0,4 Prozent) wird die Zahl der Insolvenzen
in diesem Jahr in allen Hauptbranchen zurückgehen. Besonders erfreulich ist die
Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe mit einem Minus von 7,4 Prozent nach einem
Rückgang um 12,3 Prozent 2004, gefolgt vom Baugewerbe mit Minus 3,4 Prozent
(Minus 1,2 Prozent).
Neue Bundesländer besonders betroffen
Die Insolvenzzahlen spiegeln die leichte Konjunkturerholung in Deutschland wider,
aber auch die schlechtere Entwicklung in Ostdeutschland. So wird die Zahl der Unternehmenszusammenbrüche
in Westdeutschland 2005 erstmals seit Jahren um 2,4
Prozent auf 29.300 zurückgehen, in den neuen Bundesländern steigt sie dagegen um
2,8 Prozent auf 7.500. Allerdings sinkt in neuen wie alten Bundesländern die Summe
der Forderungsausfälle 2005, so dass sich der durchschnittliche Verlust pro Insolvenzfall
verringert.
Mehr Insolvenzen in Westeuropa
Anders als in Deutschland wird die Zahl der Insolvenzen in Westeuropa 2005 zunehmen,
und zwar um 1,4 Prozent auf 171.290. Allerdings wird sie 2006 voraussichtlich
nicht so stark steigen wie in Deutschland, sondern nur um 0,7 Prozent auf
172.410. Die relativ schlechtere Prognose ergibt sich vor allem aus der Entwicklung
in den anderen großen Volkswirtschaften. So verzeichnet Frankreich, das europäische
Land mit den traditionell höchsten Zahlen, nach einem kräftigen Plus von 5 Prozent
in 2005 praktisch eine Stagnation bei rund 51.000 Insolvenzen im nächsten
Jahr. Für Großbritannien erwartet Euler Hermes in 2005 insgesamt 22.400 Fälle (plus
3,0 Prozent) und 2006 23.000 (plus 2,7 Prozent). Am schlechtesten stellt sich die
Entwicklung 2005 in Österreich dar mit einem Plus von 14,0 Prozent (7.200 Fälle).
Nach der Prognose von Euler Hermes geht die Zahl in 2006 allerdings wieder deutlich
zurück (- 9,7 Prozent). Dahinter folgt Italien mit einem Anstieg um 5,6 Prozent
(11.700 Fälle) in diesem und 5,1 Prozent (12.300 Fälle) im nächsten Jahr.
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